Der Energieausweis

Wie steht es um die Energieeffizienz eines Gebäudes und wie hoch sind die zu erwartenden Verbräuche? Antworten auf diese Fragen liefert der Energieausweis. Dabei handelt es sich um ein einheitliches Dokument, das Vermieter und Verkäufer seit 2009 benötigen. Wir informieren über Pflichten, Inhalte, Arten sowie Kosten der Energieausweise.

Was ist ein Energieausweis und wann ist er Pflicht?

Der Energieausweis enthält die wichtigsten Informationen zum Energiebedarf oder -verbrauch. Er ordnet die Daten einer Energieeffizienzklasse zu und zeigt, wie stark sich ein Haus auf seine Umwelt auswirkt. Die Anforderungen an den Ausweis finden sich in der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV 2014). Nach deren Ablösung regelt in Zukunft das Gebäudeenergiegesetz (GEG) Inhalte, Pflichten und die Ausstellung der Energieausweise.

Pflicht ist das 10 Jahre gültige Dokument für alle, die eine Immobilie bauen, vermieten, verpachten oder verkaufen. Sie müssen den Ausweis mit der Baugenehmigung einreichen oder Interessenten zur Verfügung stellen. Von der Energieausweis-Pflicht ausgenommen sind lediglich:

  • Gebäude mit einer Nutzfläche von bis zu 50 Quadratmetern
  • unter Denkmalschutz stehende Gebäude

Möchten Sie eine Immobile verkaufen oder vermieten, müssen Sie die wichtigsten Werte aus dem Ausweis bereits in Immobilienanzeigen angeben.

Was bedeuten die Werte im Energieausweis?

Der Energieausweis informiert über die benötigten Endenergie- und Primärenergiemengen. Er zeigt, wie es um die Effizienz der Gebäudehülle steht und enthält die sogenannte Energieeffizienzklasse. Die folgende Übersicht zeigt, was die Werte im Einzelnen bedeuten:

Die Endenergie steht für den zu erwartenden Bedarf oder den gemessenen Verbrauch. Sie ermöglicht es, die Energiekosten im Voraus abzuschätzen.

Die Primärenergie berücksichtigt zudem die Energiemenge für die Gewinnung, die Aufbereitung und den Transport der eingesetzten Energieträger.

Der Transmissionswärmeverlust zeigt, wie gut die Dämmung ist und wie viel Wärme ein Haus über seine Hüllflächen verliert.

Die Energieeffizienzklasse (A+ bis H) steht für die erreichte Energieeffizienz und ermöglicht einen einfachen Gebäudevergleich.

Übrigens: Anhand der Daten aus dem Energieausweis können Sie Ihren Verbrauch mit dem Durchschnitt vergleichen und Einsparpotenziale aufdecken. Steht eine Modernisierung an, stocken wir Ihr Budget mit einem Modernisierungskredit auf.

Verbrauchs- oder Bedarfsausweis: Welchen benötige ich?

Energieberater stellen Energieausweise auf Basis von Bedarfs- oder Verbrauchswerten aus. Erstere basieren auf einer Berechnung, bei der Experten alle Wärmeverluste individuell ermitteln. Die Energiebedarfsausweise sind Pflicht für Gebäude mit weniger als 5 Wohneinheiten, die vor 1987 errichtet und bis heute nicht saniert wurden.

Energieverbrauchsausweise basieren auf gemessenen Energieverbräuchen. Sie hängen stark vom Nutzerverhalten der Bewohner ab und sind zulässig, wenn ein Haus mehr als vier Wohnungen hat. Bei kleineren Gebäuden sind verbrauchsbasierte Energieausweise erlaubt, wenn diese ab 1978 erbaut oder zwischenzeitlich auf den damals gültigen Baustandard gebracht wurden.

Was kostet es, einen Energieausweis ausstellen zu lassen?

Wie viel ein Energieausweis kostet, hängt von seiner Art und der Größe des Gebäudes ab. Verbrauchsausweise sind einfach auszustellen und vergleichsweise günstig. Je nach Gebäudegröße schlagen sie mit 50 bis 250 Euro zu Buche. Bedarfsausweise kosten üblicherweise 300 bis 500 Euro. Bei größeren Häusern steigen die Preise um 50 bis 100 Euro pro Wohneinheit an.